Thomas Locher
(*1956), Köln
Thomas Locher untersucht Sprache als Ordnungssystem der Beziehungen zwischen Menschen. Seine Texte bestehen aus kurzen Sätzen, die grammatikalischen Regeln genau folgen und die anscheinend nichts über die Aussage hinaus bedeuten sollen. Es sind die Aussagen an sich, die durch die Installation hervorgehoben und untersucht werden.
Der Titel der Arbeit, die Thomas Locher für Leipzig gemacht hat, ist "Angebot und Nachfrage". Es handelt sich um einen Text, der die Grundprinzipien des Handels thematisiert und sich auf das Selbstverständnis der Messe als Umschlagplatz von Waren und Gütern aller Art bezieht. Dieser Text ist in fünf Blöcke aufgeteilt und auf den Glasscheiben im Atrium des Verwaltungsgebäudes mit schwarzen Folienbuchstaben angebracht. In präziser sprachlicher Form beschreibt er den Austausch von unbestimmten Werten. In den einzeilig aneinander gereihten Aussagen findet ein Dialog statt zwischen einem Ich und einem Gegenüber. Situationen zwischen Geben und Erhalten, zwischen Begehren und Ablehnung werden aufgezeigt - in allen denkbaren Variationen, die gleichzeitig Ernst und Ironie, Realität und Absurdität aufscheinen lassen.