Jenny Holzer
(* 1950), Hoosick Falls und New York
"Sprache ist die einfachste Form, während Bilder ablenken." Seit vielen Jahren ist Sprache Jenny Holzers künstlerisches Medium. Ihre frühen Arbeiten - anonyme Texte auf Plakaten, Aufkleber, Schilder oder elektronische Spruchbänder - waren überall in der Öffentlichkeit in New York zu sehen - in bewusster Distanz zu Kunstbetrieb und auch Kunstmarkt. Inzwischen arbeitet sie auch für Kunstinstitutionen, wobei ihre Themen die gleichen geblieben sind: Macht, Auswirkung von Politik auf Individuen, Gewalt und Tod. Ihre Botschaften sind ohne jedes Pathos kontrolliert umgangssprachlich oder im Politjargon verfasst.
Am Eingang der Glashalle West sind an der Rückwand der beiden Kassenhäuser je zwei elektronische Spruchbänder installiert mit einer Auswahl aus den "Truisms", die Jenny Holzer für Leipzig getroffen hat. Diese Textserie ist zwischen 1977 und 1979 entstanden und umfasst über 300 alphabetisch geordnete Aussagen. Darin fasst sie Aphorismen, Klischees und Vorurteile wie "protect me from what I want", "money creates taste" oder "torture is barbaric" kurz, einprägsam und auch manchmal widersprüchlich zusammen.